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AG Erkrankungen des peripheren Nervensystems

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v.l. Dr. Ilja Bobylev, Dr. Abhijeet Joshi und Priv.-Doz. Dr. Helmar Lehmann

 

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Leiter: Priv.-Doz. Dr. Helmar C. Lehmann

Telefon: +49 221 478-87091
Telefax: +49 221 478-87306
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Mitarbeiter:
Dr. Ilja Bobylev, Dipl.Biol.
Claudia Drapatz, BTA
Dr. Abhijeet Joshi, M.S. (Pharm.) Biotechnology
Ines Klein, Dipl.Biol.
Dr. Maryam Balke, Ärztin
Dr. Christian Ritter, Arzt
Dr. Christian Schneider, Arzt
Dr. Christoph Seifert, Arzt
Helina Maru, cand. med.
Alina Sprenger, cand. med.
Martin Svacina, cand. med.

Labor:
LFI Ebene 5
Raum 406/7
Telefon: +49 221 478-89144/5
Telefax: +49 221 478-89143

ZMMK
Raum 5.033
ZMMK-Forschungsgebäude (Gebäude 66)
Telefon: +49 221 478-89144/5
Telefax: +49 221 478-89143


Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Pathogenese und Therapie von Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Periphere Neuropathien bzw. Polyneuropathien umfassen ein heterogenes Spektrum von Erkrankungen, die eine entzündliche, toxische, hereditäre oder metabolische Ursache haben können. Es handelt sich um Krankheitsbilder mit einer hohen Prävalenz; epidemiologische Daten gehen davon aus, dass bis zu 8% der über 55-jährigen an einer symptomatischen Polyneuropathie leiden, während in der Altersgruppe der über 65-jährigen bis zu 30% Symptome einer peripheren Neuropathie zeigen. Darüber hinaus ist eine Polyneuropathie die häufigsten neurologische Manifestation von relevanten systemischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, HIV, soliden Tumoren und Hämatoblastosen.

 

Wissenschaftliche Schwerpunkte der Arbeitsgruppe

Entzündliche Polyneuropathien (Immunneuropathien)
traktrographie_n_ischiadikus.jpgBei den Immunneuropathien handelt es sich um autoimmun-vermittelte akute oder chronisch verlaufende Polyneuropathien, die nach Elektrophysiologie, Symptomatik und Autoantikörper-Profilen eingeteilt werden können. Ein wissenschaftlicher Schwerpunkt der Arbeitsgruppe besteht in der Erforschung der Pathogenese des Guillain-Barré-Syndroms, bzw. seiner demyelinisierenden und axonalen Varianten. Insbesondere die Rolle von Autoantikörpern gegen neuronale Antigene steht hier im Fokus der Untersuchungen. Ein weiterer Schwerpunkt stellen Untersuchungen zur chronisch inflammatorischen demyelinisierenden Polyradikuloneuropathie (CIDP) und zur multifokal motorischen Neuropathie (MMN) dar. Beides sind erworbene, chronisch-entzündliche immunvermittelte Polyneuropathien, die häufig mit gravierenden motorischen Defiziten vergesellschaftet sind, besonders nach langen schweren Krankheitsverläufen. Die Ursachen einer gestörten Regeneration peripherer Nerven bei diesen Erkrankungen und mögliche neue innovative Biomarker, wie zum Beispiel DTI werden bei Patienten und an etablierten in vivo und in vitro Modellen untersucht

Pathogenese des GuillainGBS cartoon-Barré-Syndroms

Reprinted from the Lancet Infectious diseases, Vol. 10, Lehmann et al., Guillain-Barré syndrome after exposure to influenza, p643-651, Copyright (2010) Elsevier, mit frdl. Genehmigung

 

 

 

 

 

 

 

Chemotherapie-induzierte Polyneuropathien

nervenfasern_n_ischiadikus.jpgEtwa ein Drittel aller Krebspatienten, die eine Chemotherapie erhalten, entwickeln eine sogenannte Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie (CIPN). Die CIPN ist eine der häufigsten Nebenwirkungen der Chemotherapie; darüber hinaus ist sie häufig so ausgeprägt, dass sie den Dosis-limitierenden Faktor von ansonsten hocheffektiven Substanzen darstellt. Patienten mit CIPN leiden häufig unter sensiblen und motorischen Defiziten und sind in ihrer Lebensqualität trotz eventueller Tumorremission deutlich eingeschränkt. Verschiedene Chemotherapeutika können eine Nervenschädigung auslösen, bekannt hierfür sind vor allem Platin-Verbindungen, Vincaalkaloide, Taxane und Bortezomib. In verschiedenen Projekten untersuchen wir anhand  von in vivo und in vitro Modellen, wie eine CIPN entsteht und wie eine CIPN in präventiven Therapieansätzen verhindert werden kann

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)

neuromusk_endplatte.jpgDie amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine progrediente Motoneuronerkrankung. Die Pathogenese der Erkrankung ist bisher nur in Grundzügen verstanden. Es wird angenommen, dass oxidativer Stress, mitochondriale Dysfunktion und inflammatorische Prozesse zu einem Untergang der Motoneurone führen. Wir untersuchen an in vitro und in vivo Modellen neue therapeutische Ansätze, mit der geschädigte Motoneurone pharmakologisch in Ihrer Regeneration unterstützt werden können, um so den Krankheitsverlauf der ALS abzuschwächen.

 

Erkrankungen des autonomen Nervensystems
regener_axon_in_vitro.jpgNeben motorischen und sensiblen Nervenfasern können auch Nerven des autonomen Nervensystems bei entzündlichen oder toxischen Polyneuropathien funktionell beeinträchtigt sein. Von besonderer klinischer Relevanz ist eine autonome Dysfunktion, wenn es im Rahmen eines Guillain-Barré-Syndroms auftritt. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Forschung besteht in der Etablierung geeigneter in vitro und in vivo Modelle, um den Effekt einer aberranten Immunantwort auf das autonome Nervensystem zu untersuchen.


Ausgewählte Publikationen

Bobylev I, Joshi AR, Barham M, Ritter C, Neiss WF, Höke A, Lehmann HC. Paclitaxel inhibits mRNA transport in axons. Neurobiol Dis. 2015 Oct;82:321-31.

Ritter C, Bobylev I, Lehmann HC.Chronic inflammatory demyelinating polyneuropathy (CIDP): change of serum IgG dimer levels during treatment with intravenous immunoglobulins. J Neuroinflammation. 2015 Aug 14;12:148. doi: 10.1186/s12974-015-0361-1.

Schneider C, Bucher F, Cursiefen C, Fink GR, Heindl LM, Lehmann HC.Corneal confocal microscopy detects small fiber damage in chronic inflammatory demyelinating polyneuropathy (CIDP). J Peripher Nerv Syst. 2014 Dec;19(4):322-7.

Joshi AR, Bobylev I, Zhang G, Sheikh KA, Lehmann HC.Inhibition of Rho-kinase differentially affects axon regeneration of peripheral motor and sensory nerves. Exp Neurol. 2015 Jan;263:28-38. doi: 10.1016/j.expneurol.2014.09.012.

Lehmann HC, Köhne A, Bernal F, Jangouk P, Meyer Zu Hörste G, Dehmel T, Hartung HP, Previtali SC, Kieseier BC. Matrix metalloproteinase-2 is involved in myelination of dorsal root ganglia neurons. Glia. 2009;57(5):479-89.

Lehmann HC, Chen W, Borzan J, Mankowski JL, Höke A. Mitochondrial dysfunction in distal axons contributes to human immunodeficiency virus sensory neuropathy. Ann Neurol. 2011;69(1):100-10.

Drittmittel

B. Braun-Stiftung, Deutsche Krebshilfe, Industrie, Universitätsbezogene Drittmittel. Vorangegangene Förderungen: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), International GBS/CIDP Foundation, Else Kröner-Fresenius Memorial Stipendium, Universitätsbezogene Drittmittel