AG Neuromuskuläre Störungen und klinische Neurophysiologie
Leiter: Univ.-Prof. Dr. Walter Haupt
Telefon: +49 221 478-4007
Telefax: +49 221 478-7007
E-Mail: walter.haupt@uk-koeln.de
Mitglieder:
Dr. Wei-Chi Liu
Erkrankungen von Nerven und Muskeln führen zu Lähmungserscheinungen von Armen und Beinen und meist auch zu Störungen des Oberflächenempfindens (Sensibilitätsstörungen). Diese Erkrankungen sind relativ selten und benötigen eine sehr differenzierte Diagnostik. Neben der klinischen Untersuchung sind spezielle Untersuchungen von Muskeln und Nerven erforderlich (Elektromyographie, EMG und Elektroneurographie, ENG).
Die Arbeitsgruppe betreut die neuromuskuläre Sprechstunde, in der die ambulante Diagnostik und Beratung stattfindet. Hier werden Patienten aus dem gesamten Spektrum der Krankheiten von Muskeln und Nerven untersucht und beraten. Der besondere Schwerpunkt liegt auf der Versorgung von Patienten mit Nervenerkrankungen (Neuropathien) wie Guillain-Barré Syndrom (GBS), chronische Polyneuritis (CIDP), multifokale motorische Neuropathie (MMN), hereditäre Neuropathien, Myasthenia gravis, Post-Polio Syndrom sowie angeborene und erworbene Muskelerkrankungen (Myopathien).
Die neuromuskuläre Sprechstunde findet im Rahmen des Muskelzentrums Nordrhein der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM) statt.
Die Arbeitsgruppe befasst sich darüber hinaus mit der Anwendung von neurophysiologischen Untersuchungsverfahren, insbesondere evozierten zerebralen Potentialen, in der neurologischen Intensivmedizin. Die Beurteilung des Funktionszustandes des Gehirns bei bewusstlosen Patienten ist mit klinischen Mitteln alleine nur schwer möglich. Mit Hilfe von Untersuchungsverfahren wie der Elektroencephalographie (EEG), aber auch von Reaktionspotentialen auf Aussenreize, evozierte zerebrale Potentiale, (EP) kann eine bessere Aussage über die Hirnfunktion und auch über die Wahrscheinlichkeit des Überlebens (Prognose) von Intensivpatienten gemacht werden. In mehreren Untersuchungen wurde die prognostische Wertigkeit evozierter Potentiale in der neurologischen Intensivmedizin beleuchtet.
Die Arbeitsgruppe befasst sich ausserdem mit der Methode der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS). Mit geeigneten Geräten kann ein starker magnetischer Impuls erzeugt werden, der zur Stimulation von Hirnregionen verwendet werden kann. Der Vorteil der Magnetstimulation besteht darin, dass sie im Gegensatz zu einer elektrischen Stimulation von Hirnstrukturen schmerzfrei ist. Mit dieser Methode kann gezielt ein bestimmtes Hirnareal, wie etwa die Sprachregion, durch wiederholte Magnetreize blockiert oder angeregt werden.
Es sind mehrere Projekte zur Frage der Störbarkeit (Vulnerabilität) von Spracharealen und zur kortikalen Reorganisation von Sprachfunktionen nach zerebralen Läsionen wie zum Beispiel Schlaganfällen durchgeführt worden.
Ausgewählte Publikationen:
Haupt, W.F., Stoffel, W.: Nerve conduction velocity measurements reveal the functional deficit in ceramide galactosyl transferase- deficient (cgt -/-) mice. J. Neurol. Sci. 217: 83- 88 (2004)
Thiel, A., Habedank, B., Herholz, K., Kessler, J., Winhuisen, L., Haupt, W.F., Heiss, W.D. From the left to the right: How the brain compensates progressive loss of language function. Brain Lang 98: 57- 65 (2006)
Thiel, A., Schumacher, B., Wienhard, K., Gairing, S., Kracht, L.W., Wagner, R., Haupt, W.F., Heiss, W.D.: Direct demonstration of transcallosal disinhibition
in language networks. J. Cereb. Blood Flow Metab. 26: 1122- 1127 (2006)
Thiel, A., Haupt, W.F., Habedank, B., Winhuisen, L., Herholz, K., Kessler, J., Markowitsch, H.J., Heiss, W.D.: Neuroimaging-guided rTMS of the left inferior frontal gyrus interferes with repititon priming. NeuroImage 25: 815-823 (2005)
Haupt, W.F., Pawlik, G., Thiel, A.: Initial and serial evoked potentials in cerebrovascular critical care patients. J. Clin. Neurophysiol. 23: 389- 394 (2006)
Kramp, M., Liu, W., Haupt, W. F.: Die prognostische Wertigkeit von somatosensibel evozierten Potentalen kurzer (N20) und mittlerer Latenz (N70) bei supratentoriellen Ischämien. Klin. Neurophysiol. 37: 113-119 (2006)

