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AG Neuropsychologie

Leiter: Prof. Dr. Josef Kessler
Telefon: +49 221 478-4011
Telefax: +49 221 478-87512
E-Mail: josef.kessler@uk-koeln.de


Was ist überhaupt Neuropsychologie?

Die Neuropsychologie beschäftigt sich vor allem mit mentalen (kognitiven) Prozessen des zentralen Nervensystems. Das sind zum Beispiel Wahrnehmung, Handeln, Denken, Aufmerksamkeit, Gedächtnis oder Sprache. Auch Persönlichkeit und Affekt bzw. Emotionen sind für Neuropsychologen von Interesse. Die Neuropsychologie versucht also, die zentralnervösen Grundlagen von Erleben und Verhalten zu beschreiben sowie funktionelle Defizite in diesen Bereichen zu diagnostizieren und zu therapieren.

Was macht die AG Neuropsychologie?

Die Arbeitsgruppe Neuropsychologie der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Uniklinik Köln bietet neben der (ambulanten und stationären) neuropsychologischen Diagnostik und der ambulanten Gedächtnissprechstunde ein Früh-Rehabilitations-Programm an. Sie erstellt außerdem neuropsychologische Gutachten für Versicherungen, Gerichte und Berufsgenossenschaften.

Schwerpunkte der neuropsychologischen Forschung an der Kölner Uniklinik sind

  • neuronale sowie kognitive Plastizität
  • Diagnostik kognitiver Defizite bei neurologischen Erkrankungen (mit standardisierten Testverfahren), insbesondere Demenz, M. Parkinson und Schlaganfall
  • neuropsychologische Therapieansätze
  • Entwicklung von neuropsychologischen Testverfahren

Aktuelle Projekte

I. Kognitives Training „NEUROvitalis“ bei gesunden Älteren und neurologischen Patienten mit

  • leichter kognitive Beeinträchtigung
  • Demenz
  • Morbus Parkinson
  • Multiple Sklerose
  • Schlaganfall

II. Kognitives Training bei Kindern

III. Entwicklung verschiedener Testverfahren

  • Non-verbales kognitives Screening für Immigranten
  • Kognitives Screening für Schlaganfall Patienten an der Bettkante
  • Testbatterie für Ältere und Patienten
  • Dual-Task Aufgaben zur Demenzdiagnostik
  • Computer-gestützte Verfahren für die (Früh-)Rehabilitation

IV. Implizite Gesichts-Erkennung bei Patienten mit schwerer Demenz


Haben Sie Interesse daran, an einer Studie teilzunehmen und etwas über Ihre geistige Leistungsfähigkeit zu erfahren?

 

Dann melden Sie sich bei uns…

Wir suchen:

  • Gesunde
  • Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung
  • Patienten mit Demenz, Morbus Parkinson, Multipler Sklerose oder Schlaganfall.
     

Nähere Infos zu aktuellen Projekten finden Sie auf dieser Seite.
Die Teilnahme an unseren Projekten ist in der Regel sowohl in Köln als auch in Jülich oder Vechta möglich.

Bei Interesse melden Sie sich bitte unter 0221 / 478-89127 oder schreiben Sie uns eine Email an neurologie-neuropsychologie@uk-koeln.de


Informationen und Beschreibung unser aktuellen Projekte:

- Entwicklung diagnostischer Verfahren

Es wurde eine Testbatterie entwickelt, die in recht kurzer Zeit verschiedene Fähigkeiten testet, wie zum Beispiel Gedächtnis, Denkschnelligkeit und visuell-räumliche Fähigkeiten. Diese Testbatterie ist sprach-unabhängig und kultur-fair und kann somit auch bei Migranten mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen, Analphabeten oder Hörgeschädigten angewandt werden.
Die AG Neuropsychologie sucht nun ältere Menschen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen, die neugierig sind etwas über Ihr geistiges Leistungsvermögen zu erfahren und sich bereit erklären, diese Testbatterie durchzuführen. Es handelt sich um Papier-und-Bleistift-Tests und die Testdauer beträgt ungefähr 60 Minuten. Jeder Teilnehmer kann eine Rückmeldung über die Ergebnisse in Form eines Befundberichts erhalten. 
  

Nöroloji kliniği ve polikliniği zihinsel gücü hakkında bilgi edinmek isteyen 50 yaş üzeri kişileri arıyor. Geliştirdiğimiz test ile kısa sürede çeşitli kabiliyetleri test ettirme imkanını bulacaksınız mesela hafıza gücü, düşünme hızı ve görsel algı kabiliyeti gibi. Sizden bu teste katılmanızı rica ediyoruz. Kağıt ve kalemle uygulanan test 60 dakika kadar sürecek. Test sonuçlarını istek üzere bir rapor şeklinde size sunabiliriz. Tabiiki test sonuçları anonim olarak değerlendirilecektir.
 

Es wurde eine Aufgabenreihe entwickelt, mithilfe derer man innerhalb von 30 Minuten verschiedene Funktionen überprüfen kann, wie zum Beispiel Orientierung, Sprache, visuell-räumliche Leistungen und Gedächtnis. Diese Aufgabenbatterie besteht aus verschiedenen Papier-und-Bleistift Tests, die an der Bettkante und auch bei stark beeinträchtigten Patienten durchführbar sind, und dauert nur etwa 30 Minuten. Um die Aussagekraft dieser Aufgabenreihe weiter wissenschaftlich zu untersuchen, sucht die AG Neuropsychologie nun Demenz- und Parkinson-Patienten, die an zwei Terminen jeweils 45 - 60 Minuten mit einer Neuropsychologin dieses neue Testverfahren anwenden. Jeder Teilnehmer kann eine Rückmeldung über die Ergebnisse in Form eines Befundberichts erhalten.

Das bereits bekannte kognitive Screening-Verfahren DemTect soll nun auch für die ältere Bevölkerung (über 80 Jahre) anwendbar gemacht werden. Hierfür sucht die AG Neuropsychologie Gesunde und Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen über 80, die bereit sind an einer einmaligen neuropsychologischen Testung teilzunehmen. Die Testung dauert etwa 30 Minuten und jeder Teilnehmer kann eine Rückmeldung über die Ergebnisse in Form eines Befundberichts erhalten.
 


- „Gedächtnistraining“ und kognitive Plastizität

Wir haben verschiedene Trainingsprogramme zur Förderung der geistigen Leistungsfähigkeit entwickelt. Diese sind speziell für ältere Menschen konzipiert, die mental beweglich bleiben und prophylaktisch etwas gegen den geistigen Altersabbau unternehmen möchten. Außerdem sind diese Programme auch für Personen geeignet, die unter Vergesslichkeit oder Konzentrationsschwächen leiden und ihre geistige Leistungsfähigkeit stabilisieren möchten.
Kleine Gruppen mit bis zu acht Teilnehmern trainieren in zwölf Übungseinheiten besonders alterssensitive Bereiche, wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Denken und Planen sowie sprachliche Fähigkeiten. Die Trainings sind alltagsorientiert und das Erlernte lässt sich leicht im täglichen Leben umsetzen.
Ein Training wird über einen Zeitraum von sechs Wochen angeboten und beinhaltet zwei Einheiten pro Woche von jeweils anderthalb Stunden.
Als Teilnehmer sucht die AG Neuropsychologie gesunde ältere Menschen, aber auch Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen, beginnender Demenz, Morbus Parkinson oder Multipler Sklerose. Einzige Voraussetzung ist die Teilnahme an einer etwa 90-minütigen neuropsychologischen Testung vor und nach dem Trainingszeitraum. Jeder Teilnehmer kann eine Rückmeldung über die Ergebnisse in Form eines Befundberichts erhalten. 
 

- Unbewusste Gesichtserkennung bei schwer betroffenen Demenz-Patienten

Bei dem für eine Demenz charakteristischen fortschreitenden Verlust geistiger Fähigkeiten kann es auch zu einer Unfähigkeit kommen, bekannte von unbekannten Personen zu unterscheiden, bekannte Personen zu erkennen oder sich selbst wieder zu erkennen. Auch für die Angehörigen solcher Patienten ist es oft sehr schwer mit diesen Einschränkungen umzugehen. Es wird untersucht, ob Demenz-Patienten mit Störungen der Personenerkennung dennoch über unbewusste Verarbeitungsprozesse verfügen. Dies lässt sich zum Beispiel über kleinste Veränderungen der Hautspannung oder der Mimik feststellen. Für dieses Projekt sucht die AG Neuropsychologie Demenz-Patienten und deren Angehörige. In Zusammenarbeit mit den Angehörigen stellt eine Neuropsychologin Fotos und Stimmaufzeichnungen von dem Patienten sowie seinen Bekannten und Freunden zusammen, die dem Patienten präsentiert werden. Dabei werden Mimik und Hautspannung gemessen.  Vor dieser Sitzung wird die geistige Leistungsfähigkeit des Patienten durch Papier-und-Bleistift Tests bestimmt. Hierzu kann jeder Teilnehmer einen Befund erhalten.
 


Ausgewählte Publikationen

 

Kalbe, E., Kaesberg, S. & Kessler, J. (im Druck). Neuropsychologische Therapie bei Demenzpatienten: was ist sinnvoll? Fortschritte der Neurologie und Psychiatrie.
 

Weiss-Blankenhorn, P., Kalbe, E., Fink, G.R. & Kessler, J. (im Druck). Der Kölner Apraxie-Test. Göttingen: Hogrefe.
 

Bodden, M., Dodel, R. & Kalbe, E. (2010). Theory of Mind in Parkinson´s disease and other basal ganglia disorders: A review. Movement Disorders, 25, 13-27.
 

Kalbe, E. & Kessler, J. (2010). Neuropsychologie. In: R. Dodel & T. Klockgether. Kurzlehrbuch Neurologie (pp 789-819). Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Brands.
 

Kalbe, E., Schlegel, M., Sack, A.T., Nowak, D.A., Dafotakis, M., Bangard, C., Brand, M., Shamay-Tsoory, S., Onur, Ö. & Kessler, J. (2010). Dissociating cognitive from affective theory of mind: a TMS study. Cortex, 46, 769-780.
 

Kessler, J., Ozankan, M., Kaesberg, S. & Kalbe, E. (2010). EASY. Ein kognitives Screeninverfahren zur Erfassung kognitiver Leistungen bei Migranten. Nürnberg: Novartis.
 

Kessler, J., Calabrese, P. & Kalbe, E. (2010). DemTect-B: A Parallel Test Version to the Cognitive Screening Instrument DemTect-A(R). Fortschritte der Neurologie und Psychiatrie.
 

Kessler, J. & Kalbe, E. (2010). Die Sprachlosigkeit überwinden. Nonverbale Demenzdiagnostik bei Migranten. pflegen: Demenz, 14, 30-33.
 

Baller, G., Kalbe, E., Kaesberg, S. & Kessler, J. (2009). NEUROvitalis. Neuropsychologisches Gruppentraining. Köln: Prolog.
 

Euteneuer, F., Schaefer, F., Stuermer, R., Boucsein, W., Timmermann, L., Barbe, M.T., Ebersbach, G., Otto, J., Kessler, J. & Kalbe, E. (2009). Dissociation of decision-making under ambiguity and decision-making under risk in patients with Parkinson`s disease: A neuropsychological and psychophysiological study. Neuropsychologia, 47: 2882-2890.
 

Kalbe, E., Schlegel, M., Sack, A.T., Nowak, D.A., Dafotakis, M., Bangard, C., Brand, M., Shamay-Tsoory, S., Onur, Ö. & Kessler, J. (in press). Dissociating cognitive from affective theory of mind: a TMS study. Cortex, doi:10.1016/j.cortex.2009.07.010.
Kalbe, E., Voges, M.D., Weber, T., Haarer, M., Baudrexel, S., Klein, J.C., Kessler, J., Sturm, V., Heiss, W.D. & Hilker, R. (2009). Changes in frontal FDG-PET activity correlates with cognitive outcome after STN stimulation in Parkinson's disease. Neurology, 72, 42-49.
 

Kalbe, E., Kaesberg, S., Kessler, J. & Baller, G. (2009). Eselsbrücken! Ein Gedächtnistraining. Nürnberg: Novartis.
 

Kalbe, E. & Kessler, J. (2009). Gerontoneuropsychologie - Grundlagen und Pathologie. In W. Sturm, M. Herrmann & C.W. Wallesch (eds.), Lehrbuch der klinischen Neuropsychologie (2., überarbeitete Auflage, pp 789-819). Frankfurt: Swets und Zeitlinger.
 

Kessler, J., Kalbe, E. & Kaesberg, S. (2009). Kann man sich vor einer Demenz schützen? Zeitschrift für Psychotraumatologie, Psychotherapiewissenschaft, Psychologische Medizin, 2, 9-20.
 

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