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Hygiene

Hygiene in der Neurologie (Bericht des hygienebeauftragten Arztes)

Nosokomiale Infektionen, insbesondere mit multiresistenten Erregern gehören zu den häufigsten Komplikationen eines Krankenhausaufenthaltes und erhöhen Morbidität und Mortalität der betroffenen Patienten. Sie verlängern zudem den Krankenhausaufenthalt, erfordern mehr Diagnostik- und Behandlungsaufwand und sind entsprechend mit erheblichen Mehrkosten verbunden. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass konsequent und standardisiert durchgeführte Präventionsmaßnahmen nosokomiale Infektionen wirkungsvoll reduzieren können.

In der Klinik für Neurologie ist seit Jahren ein Katalog von Präventionsmaßnahmen etabliert, der in seinem Umfang über die üblichen Vorgehensweisen und gesetzlichen Vorgaben hinausgeht. So wird in der Klinik für Neurologie jeder stationäre Patient bei Aufnahme auf das Vorhandensein eines MRSA (Multiresistenter Staphylococcus aureus) untersucht, um frühzeitig diejenigen Patienten mit einem solchen Problemkeim zu ihrem eigenen Schutz und dem ihrer Mitpatienten vorübergehend zu isolieren und den Keim entsprechend zu behandeln. Patienten, die aus dem Ausland stationär übernommen werden, werden darüber hinaus noch auf andere Problemkeine untersucht und bis zum Vorliegen der Ergebinsse routinemäßig vorsorglich isoliert.

Darüber hinaus verfügt die Klinik für Neurologie über einen eigenen ärztlichen und pflegerischen Hygienebeauftragten, die eng mit der hiesigen zentralen Krankenhaushygiene zusammenarbeiten und gemeinsam regelmäßige Personalschulungen mehrmals pro Jahr durchführen. Zudem nimmt die Klinik für Neurologie im Rahmen der hygienischen Qualitätssicherung an der deutschlandweiten Kampagne „Aktion saubere Hände“ teil, die von der zentralen Krankenhaushygiene koordiniert und ausgewertet wird. Ebenso nimmt die Klinik für Neurologie als Musterklinik an der THINK-Studie teil, bei der gezielte hygienische Schulungsmaßnahmen des Pflegedienstes kontrolliert, dokumentiert und ausgewertet werden. Die Klinik für Neurologie liegt mit dem Verbrauch an Händendesinfektionsmittel, einem etablierten Wert für sorgfältige Händehygiene, deutschlandweit an der Spitze.

Als eindrücklicher Erfolg dieser konsequent umgesetzten Präventionsmaßnahmen konnte in den letzten Jahren die Rate an Neuinfektionen mit multiresistenten Keimen, vor allem MRSA, in der Klinik für Neurologie deutlich gesenkt werden.

Prof. Dr. Christian Dohmen
Hygienebeauftragter Arzt der Klinik für Neurologie